Donnerstag, 23 Februar 2017 16:00

Der ideale Rohstoff für ökologisches Wohnen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Als „zäh und dünn“ könnte man ihn beschreiben, wenn er ein Mensch wär. Als „verholztes Gras“, zu dieser Gattung wird Bambus botanisch gezählt, sagt man dieser Pflanze vor allem sehr schnelles Wachstum und eine extreme Härte nach. So ist Bambus beispielsweise härter als deutsches Eichenholz. Im Fachjargon spricht man deshalb von einer hohen Brinellhärte.

 

Außerdem kann er bis zu einem Meter pro Tag (!) wachsen und bildet dabei 30 Prozent mehr Sauerstoff als ein gewöhnlicher Laubwald.

Diese beiden wesentlichen Eigenschaften machen ihn zu einem hervorragenden Lieferanten für den Möbel-, Haus- und Brückenbau. Das wissen und nutzen vor allem die Menschen in China, Indonesien oder in Teilen Südamerikas. Denn Bambus bevorzugt das dortige, tropische beziehungsweise subtropische Klima zum Wachsen.

Bambuswald Kyto

Allmählich gelangt dieses Gewächs auch in unsere Breitengrade. Hier macht man sich die positiven Eigenschaften des Bambus als Bodenbelag für ökologisches Wohnen zu Nutze. Trotz des langen Transportwegs steht die Pflanze positiv bei der Ökobilanz dar und gilt, weiterverarbeitet zu Parkett, zu den sehr nachhaltigen Naturbodenbelägen.
Das liegt auch daran, dass „dieses Gras“ nach der Ernte nicht stirbt, sondern wieder erneut austreibt. So muss man beispielsweise bei der für die Parkettherstellung relevanten Bambusart Phyllostachys Pubescens „lediglich“ fünf Jahre plus Wachstumsphase warten, bis man den Bambus „ernten“ kann. Auch hier funktioniert das Wachstum schnell: ganze 30 Zentimeter pro Tag.

Bambus ist somit der ideale Rohstoff für ökologisches Wohnen.

Er ist extrem hart, verschleißarm, wächst schnell, produziert dabei viel Sauerstoff und mag Feuchtigkeit. Bessere Eigenschaften kann man einem Bodenbelag kaum zusprechen. Besonders empfehlenswert ist Bambusparkett für Nassräume und Zimmer, in denen eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent herrscht. Zu warm beziehungsweise zu trocken sollte es nicht werden, da sich Bambus sonst zu stark zusammenziehen oder aufquillen könnte.

Das Verlegen von Bambusparkett bei Fußbodenheizung ist dennoch grundsätzlich möglich, beachtet man folgenden Faktor:

Hier muss auf den sogenannten Wärmedurchlasswiderstand geachtet werden. Dieser wird durch zwei Faktoren bestimmt, durch die Dicke des zu verlegenden Materials und dessen Wärmeleitfähigkeit. Es gilt: Je niedriger der Wärmedurchlasswiderstand ist, desto besser eignet sich das Parkett für eine Fußbodenheizung. Von einer schwimmenden Verlegung ist generell abzuraten.

Des Weiteren besticht Bambusparkett durch seine Struktur und sein Aussehen. Er wird bevorzugt von Menschen gewählt, die ihrem Zuhause eine harmonische, ausgewogene und zurückhaltende Ausstattung verleihen wollen. Bambusparkettböden gibt es generell in den zwei Grundfarbtönen naturhell und lichtbraun. Die naturhelle Farbgebung erhält das „Gras“ durch den natürlichen Trocknungsprozess. Lichtbraun wird das Bambusparkett, wenn man ihm künstlich Energie zuführt. Dabei karamellisieren die in den Gräsern enthaltenen Zuckeranteile und verleihen so dem zukünftigen Parkett eine braune Farbnuance.

Je nachdem, wo man Bambusparkett verlegen möchte, sollte man auf die dortigen Lichtverhältnisse achten und die Größe des Raumes berücksichtigen. Naturhelles Bambusparkett empfiehlt sich für Räume, die größer und klarer wirken sollen. Lichtbraunes Parkett hingegen verleiht dem Zimmer eine dunklere Grundnote und der Raumatmosphäre mehr Gemütlichkeit.

Gelesen 416 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 23 Februar 2017 16:03