Schmetterlinge – kleine Wunder im Garten

Schmetterlinge, auch Falter genannt sind in den letzten Jahren immer mehr von der Bildfläche verschwunden. Menschen sehen die Insekten als lästige Parasiten und übersehen die Wichtigkeit dieser bunten Geschöpfe. Im Jahr 2011 zählte man circa 160 000 Arten, welche in 130 Familien und 46 Überfamilien eingeteilt sind. Schmetterlinge sind nach den Käfern die artenreichste Insektenordnung.
Trotz der enorm hohen Zahl sind einheimische Schmetterlinge vom Aussterben bedroht. Besonders gefährdet ist der Zitronenfalter und das große Ochsenauge. Vor vielen Jahren waren diese Falter, ohne großer Sucherei im Garten aufzufinden, aber heute muss man schon sehr lange die Augen offen halten, um einen solchen Schmetterling zu entdecken. Seit 1990 geht die Anzahl aller Tagfalterarten aus Europa zurück und circa 80% dieser Arten stehen auf der Roten Liste, welche besagt, dass diese Tiere vom Aussterben bedroht sind.
Die TU München fand heraus, dass spezialisierte und äußerst empfindliche Schmetterlingsarten auch in Naturschutzgebieten aussterben. Grund ist der zunehmende Rückgang von geeignetem Lebensraum für die Falter. In unserem Land leben rund 3500 Schmetterlingsarten. Viele der Schmetterlinge sind Nachtfalter und nur 180 unterschiedliche Tagfalterarten fliegen durch die deutsche Natur. In der Wildblume steckt lebenswichtiger Nektar für Falter. Der Mensch ist sich dessen nicht bewusst und bebaut daraufhin immer mehr Wiesen.
Moore werden für die Landwirtschaft trockengelegt hat und das Nahrungsangebot für Schmetterlinge schrumpft immer weiter. Der Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel zerstört weiterhin viele wichtige Schmetterlingspflanzen.

Jeder kann zur Rettung der Schmetterlinge beitragen

Es ist Zeit die Schmetterlinge zu retten und jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Der erste wichtige Schritt ist das Pflanzen von Blumen im eigenen Garten. Auch Balkone sind ein wunderbarer Rastplatz für Schmetterlinge. Blumentöpfen, die duften, sind bei Schmetterlingen besonders beliebt. Geeignete Pflanzen sind zum Beispiel Küchenkräuter, da sie besonders gute Nektargeber sind und im eigenen Haushalt immer benötigt werden.
Ein weiterer guter Tipp ist den eine Ecke des Gartens verwildern zu lassen. Gerade Unkraut wie Brennnesseln, Löwenzahn, Wegerich oder Klee haben Raupen und Schmetterlinge zum Fressen gern. Auch die kleinen Bewohner im Haus werden diese Ecke lieben und den Garten erkunden.

Winterquartiere für Schmetterlinge schaffen

Auch Falter benötigen Winterquartiere. Experten einer Universität empfehlen, die Blätter und Stöcke im Herbst nicht zu entfernen: Vertrocknete Blüten und Gräser oder aufgeschichtete Laub- oder Reisighaufen sind wunderschöne Verstecke, die die Falter vor Kälte und Schnee schützen. Nach dem Winter werden Sie Ihren Garten weiterhin schmücken und können die Überlebenschance der Tiere auf der roten Liste verbessern.
Wer gerne Schmetterlinge in seinem Garten haben möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, um die Tiere anzulocken. Sommerflieder ist in jedem Blumengeschäft erhältlich und verleiht Ihrem Garten eine weitere blühende Pflanze. Die Blume sendet einen Duft aus und bietet dem Schmetterling extrem viel Nahrung. Des weiteren gibt es Faltertankstellen, die mit Malzbier, Wasser, Honig und Zucker gefüllt sind. Schmetterlinge sind auch für solche eine künstliche Nahrung dankbar.
Foto: Datei: #210811576 | Urheber: K.-U. Häßler fotolia.de